Verhalten bei Rissverdacht von Nutztieren durch einen großen Beutegreifer (Wolf, Bär, Goldschakal)

Erstmaßnahmen

Wurde ein Nutztier vermutlich von einem großen Beutegreifer gerissen, sollten umgehend folgende Maßnahmen getroffen werden. Das Beachten der hier gegebenen Hinweise erhöht die Chance einen Nachweis erbringen zu können! Dieser Nachweis ist wichtig, um gegebenenfalls eine Entschädigung zu erhalten.

Vereinfachter Ablauf nach einem Riss
Vereinfachter Ablauf von Ereignissen nach einem Riss durch einen großen Beutegreifer
  • Unverzügliche Kontaktaufnahme mit einem Rissbegutachter oder mit dem jeweiligen Amtstierarzt oder Beauftragten der jeweiligen Landesregierung (Kontaktdaten siehe Link oder im Anschluss).
  • Ein gerissenes Tier sollte nicht bewegt, ein beschädigter Bienenstock nicht aufgeräumt werden.
  • Wenn möglich Dokumentation der Fundstelle und des gerissenen Tieres (Fotos vom gesamten Tier und von Verletzungen, Schleif- oder Kampfspuren, Trittsiegel und andere möglichen Hinweise). Idealerweise mit Gegenstand/ Maßstab zum Größenvergleich. Jedenfalls notieren Sie Datum, Uhrzeit und den Ort der Fundstelle.
  • Das gerissene Tier mit einer Plane oder ähnlichem abdecken oder mit anderen geeigneten Maßnahmen vor Witterungseinflüssen (Regen, starke Sonneneinstrahlung) schützen, auch um Aasfresser fernzuhalten. Dabei selbst möglichst wenig Spuren hinterlassen, mögliche Spuren eines Beutegreifers nicht zertrampeln. DNA-Spuren werden durch den Beutegreifer meist im Speichel hinterlassen. Sehr hilfreich können auch Haare oder Losungen sein, die das Tier in unmittelbarer Nähe des Beutetieres hinterlassen hat.
  • Unbedingt andere Tiere (z. B. Hunde, Füchse, andere Weidetiere) vom Kadaver fernhalten.
  • Nach Auffinden und Absichern des Risses keine weiteren Manipulationen am Fundort des Risses und seiner Umgebung vornehmen.
  • Der Rissbegutachter beurteilt den Schadensfall bzw. Riss vor Ort und zieht Proben, sofern es im jeweiligen Fall sinnvoll ist und gibt Informationen zu möglichen Entschädigungszahlungen.
Trittsiegel eines Wolfes
Trittsiegel möglicherweise eines Wolfes mit Kamera­deckel als Größen­vergleich

Mit diesen Erstmaßnahmen wird sichergestellt, dass der zuständige Rissbegutachter so rasch wie möglich nach Auffinden des Risses den Fall aufnehmen kann. Auch kann in Zweifelsfällen die Situation direkt mit dem Rissbegutachter vorab telefonisch besprochen werden. Die Qualität der DNA-Proben für den Nachweis eines großen Beutegreifers hängt von vielen Faktoren ab:

  • Wie lange ist das Beutetier schon verendet, also Zustand und Alter des gefundenen Tieres. Je älter der Fund, je stärker die Verwesung, desto schwieriger ein DNA-Nachweis. Bei der Verwesung wird auch die DNA des Beutegreifers abgebaut.
  • Witterungseinflüsse
  • Nachnutzung durch andere Wildtiere bzw. Aasfresser (Vögel, Fuchs, Kleintiere, Insekten etc.)
  • Verschmutzung durch Erde oder auch Eigenblut des Fundtieres

Kontaktstellen der Bundesländer

Burgenland · Kärnten · Niederösterreich · Oberösterreich · Salzburg · Steiermark · Tirol · Vorarlberg · Wien

Meldung eines möglichen Schadens bzw. Rissvorfalles an:

Burgenland

auch außerhalb der Amtsstunden

Kärnten

Meldung eines möglichen Schadens bzw. Rissvorfalles unter: +43 664 80536 11499

Montag bis Donnerstag 7.30 Uhr bis 16.00 Uhr,
Freitag von 7.30 Uhr bis 13.00 Uhr
Alle danach eingehenden Anrufer erhalten via Mobilbox genaue Anweisungen zur Vorgehensweise, die Kontaktaufnahme erfolgt innerhalb von 24 Stunden!

Niederösterreich

Meldung eines möglichen Schadens bzw. Rissvorfalles über eine der folgenden Möglichkeiten:

Falls es möglich ist, ein Foto vom getöteten oder verletzten Nutztier zu machen, übermitteln Sie es bitte per E-Mail an wildtier@noel.gv.at

Oberösterreich

Meldung eines möglichen Schadens bzw. Rissvorfalles unter

Salzburg

Meldung eines möglichen Schadens bzw. Rissvorfalles direkt an den Wolfsbeauftragten Hubert Stock unter +43 664 4406454

Steiermark

Meldung eines möglichen Schadens bzw. Rissvorfalles entsprechend dem Bezirk an:

Bezirk Bruck-Mürzzuschlag
8680 Mürzzuschlag
Martin GSPALTL, DI Dr.
Tel.: +43 3862 899 470
Mobil: +43 676 866 43 575
8600 Bruck an der Mur
Norbert TOMASCHEK, Dr.
Tel.: +43 3862 899 160
Mobil: +43 676 96 66 951
Bezirk Deutschlandsberg
Andrea BUND, Mag.
Tel.: +43 3452 82097 653
Mobil: 43 676 866 43 653
Wolfgang NEUBAUER, Ing. Mag.
Tel.: +43 3452 82097 638
Mobil: +43 676 866 43 638
Norbert SEIDL, Dipl.-Ing.
Tel.: +43 3462 2606 270
Mobil: +43 676 866 43 197
Bezirk Graz
Klaus HEJNY, Dr. Dipl. Tierarzt
Tel.:+43 316 872 3256
Christian MAIRHUBER, Mag. Dr.
Tel.: +43 316 877 4848
Mobil: +43 676 8666 4848
Bezirk Graz-Umgebung
Diethard HÖNGER, Dr.
Tel.: +43 316 7075 660
Mobil: +43 676 866 400 10
Christian MAIRHUBER, Mag. Dr.
Tel.: +43 316 877 4848
Mobil: +43 676 8666 4848
Bezirk Hartberg-Fürstenfeld
Elisabeth PÖLZLER-SCHALK, Mag.
Tel.: +43 3332 606 360
Mobil: +43 676 866 43 360
Peter STEINER, Dipl. Tierarzt
Tel.: +43 3332 606 263
Mobil: +430676 866 40 363
Bezirk Leibnitz
Andrea BUND, Mag.
Tel.: +43 3452 82097 653
Mobil: +43 676 866 43 653
Wolfgang NEUBAUER, Ing. Mag.
Tel.: +43 3452 82097 638
Mobil: +43 676 866 43 638
Bezirk Leoben
Gerd KALTENEGGER, Dipl. Tierarzt
Tel.: +43 3842 45571 260
Mobil: +43 676 866 40 731
Günter KARISCH, DI Dr.
Tel.: +43 3842 45571 270
Mobil: +43 676 866 40 709
Bezirk Liezen
Wilfried LAUBICHLER, Mag.
Tel.: +43 3612 2801 262
Mobil: +43 676 866 40 553
Ferdinand PRENNER, Mag.
Tel.: +43 3612 2211 144
Mobil: +43 676 866 43 144
Bezirk Murau
Armin DEUTZ, Univ. Doz. Dr.
Tel.: +43 3532 2101 260
Mobil: +43 676 866 40 574 oder
+43 664 38 21 870
Franz WALCHER, Mag.
Tel.: +43 3572 83230 360
Mobil: +43 676 866 41 360
Bezirk Murtal
Franz WALCHER, Mag.
Tel.: +43 3572 83230 360
Mobil: +43 676 866 41 360
Brigitte CECON, Dr. med. vet.
Tel.: +43 3572 83201 260
Mobil: +43 676 866 40 459

Tirol

Meldung eines möglichen Schadens bzw. Rissvorfalles über die Bezirkshauptmannschaft oder Polizei.

Die Bezirkshauptmannschaften können Sie für dringende Schadenmeldungen auch außerhalb der üblichen Bürozeiten anrufen. Sie haben einen Journaldienst: Freitag 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertage 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr. Während der übrigen Zeiten rufen Sie bitte die jeweilige Bezirksleitstelle (BLS) der Polizei an.

Bezirkshauptmannschaft Reutte
Tel./Journaldienst: +43 5672 6996 Journaldienst Polizei +43591337150
Bezirkshauptmannschaft Imst
Tel.: +43 5412 6996 Journaldienst Polizei +43 59133 7100
Bezirkshauptmannschaft Landeck
Tel./Journaldienst: +43 5442 6996 Journaldienst Polizei +43 59133 7140
Bezirkshauptmannschaft Imst
Tel.: +43 5412 6996 Journaldienst Polizei +43 59133 7100
Bezirkshauptmannschaft Innsbruck
Tel./Journaldienst: +43 512 5344 5099 Journaldienst Polizei +43 59133 7110
Landeshauptstadt Innsbruck
Telefon +43 512 5360 1001 Journaldienst: +43 512 5360 7455
Bezirkshauptmannschaft Schwaz
Tel./Journaldienst +43 5242 6931 Journaldienst Polizei +43 59133 7250
Bezirkshauptmannschaft Kufstein
Tel.: +43 5372 606 0 Journaldienst +43 5372 606 6021
Journaldienst Polizei +43 59133 7210305
Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel
Tel.: +43 5356 62131 0 Journaldienst Polizei +43 59133 7200
Bezirkshauptmannschaft Lienz
Tel.: +43 04852 6633 Journaldienst Polizei +43 059133 7230

siehe auch https://www.tirol.gv.at/landwirtschaft-forstwirtschaft/agrar/rechtliche-bestimmungen-in-der-landwirtschaft/beutegreifer/meldung/schadenmeldung/

Vorarlberg

Meldung eines möglichen Schadens bzw. Rissvorfalles beim diensthabenden Amtstierarzt und/oder bei DI Hubert Schatz, Wildökologe des Landes Vorarlberg (Tel. +43 664 6255311)

Wien

Bei Fragen zu Wildtieren oder wenn Sie ein verletztes oder in Not geratenes Wildtier gefunden haben, können Sie sich täglich von 7.30 bis 22 Uhr an das Wildtierservice Wien des Forst- und Landwirtschaftsbetriebs (MA 49) wenden, Telefon: +43 1 4000-49090.
Außerhalb dieser Zeiten können Sie das Wildtierservice in akuten Notfällen über den technischen Permanenzdienst der Stadt Wien verständigen, Telefon: +43 1 4000-8280.